Masterplan

Die WiWo erscheint ab heute montags. Eine Botschaft, die mit massivem Werbedruck in den letzten Wochen über alle Kanäle verbreitet wurde. Und damit sie auch im Web nicht überhört wird, bringen die Baronessen und Barone heute zum Start ein netzaffines Schmankerl: den Masterplan von Google. Hier ist er.

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Gleichzeitig fällt mir auf, dass der Zugriff auf das PDF, für Abonnenten bislang im Preis inbegriffen, jetzt extra kostet: 36 Euro für 52 Wochen. Für berufliche Nutzung ist das zwar nicht übermäßig viel Geld. Trotzdem zögere ich, unsere Kostenstelle mit zusätzlichen Fixkosten zu belasten, deren dauerhafter Nutzen nicht gerade zwingend ist. Denn wozu gibt es GBI und Genios?

Märkte sind Gespräche

Als ich vor einem Jahr die Mission dieses Blogs beschrieb, lag schon des Namens Fischmarkt wegen der Bezug zum Cluetrain Manifesto nahe. Dieser Zug hielt gestern in Hamburg. Einer der Autoren des schon 1999 veröffentlichten Manifests war da, um vor einem Publikum aus PR-Profis und Bloggern zu referieren: David Weinberger. Und was er sagte, war im Grunde nicht mehr als die konkrete Anwendung der 95 Thesen von damals auf das Phänomen Blogosphere.
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Für mich die wichtigste Erkenntnis des Abends: Bei allem Hype 2.0 um Web 2.0 und Bubble 2.0 gibt es eine Menge, was damals (Hype, Web und Bubble 1.0) richtig war und heute immer noch richtig ist. These 94:

To traditional corporations, networked conversations may appear confused, may sound confusing. But we are organizing faster than they are. We have better tools, more new ideas, no rules to slow us down.

Etwas von dieser Konfusion lag auch gestern bei Edelman, Gastgeber dieses Bloggertreffens, in der Luft und machte zum guten Teil den Reiz des Abends aus. Djure Meinen fragt:

Mich würde interessieren wie die Nicht-Blogger – immerhin doch die Mehrheit im Auditorium – den Abend fanden. Wie die sich einbringen können, hat Weinberger ja noch mal kurz erklärt: Just leave a comment.

Nachtrag:

Zweiter Nachtrag:

Schrödingers Produkt

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„If a company makes a high-quality product, but user’s don’t find it sexy or appealing, does that product exist?“ Fragt Kathy Sierra und gibt zehn Ratschläge, wie die lebensnotwendige Begehrlichkeit zu wecken ist:

  1. Pay attention to style.
  2. Pay attention to the emotional appeal.
  3. Show it in action… with real people.
  4. Don’t use pictures of generic shiny happy people that have become cliches.
  5. Make sure it’s clear to prospective users how this helps them kick ass.
  6. Appeal to as many senses as possible.
  7. Make it meaningful.
  8. Make it justifiable, so the user doesn’t have to feel guilty.
  9. Support a community of users.
  10. Never underestimate the power of fun.

Mehr an Ort und Stelle.

Aus für die Dima

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Jetzt auch offiziell: Dieter Weng, Präsident des Deutschen Direktmarketing Verbands DDV, gegenüber der w&v:

„Die Dima macht wirtschaftlich keinen Sinn mehr.“

Was insbesondere auch heißt, dass die Pläne für einen zweijährigen Turnus vom Tisch sind.
Nachtrag: die Pressemitteilung des DDV

Dima fällt aus

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Schon im vergangenen Jahr hat sie nur noch geröchelt, in diesem Jahr fällt sie ganz aus: die Dima, einst das Flaggschiff der Direktmarketingbranche.
Offiziell ist zwar die Frage, die das Branchenblatt OnetoOne Ende Dezember stellte, noch immer nicht beantwortet, aber der Zeitablauf hat inzwischen Fakten geschaffen: Die einschlägigen Direktmarketer haben ihre Messebudgets längst anderweitig verplant. Branchenkenner fragen sich, wer dort überhaupt noch ausstellen sollte.
Im Gespräch sind nun ein zweijähriger Messerhythmus und die auch anderswo erfolgreiche Kombination mit einem Fachkongress. Doch zuvor trifft sich der DDV am 17. des Monats zur Mitgliederversammlung.
Die Branche selbst hat sich schon im letzten Jahr anderweitig orientiert: Während die Dima 3.340 Besucher zählte, erreichten die 6. Mailingtage mehr als 5.700 Teilnehmer. Der Termin für die 7. Auflage steht schon fest.