Socken zu Weihnachten?

Wie stressbefreit könnte doch die Weihnachtszeit für meine Kinder sein, wenn sie wissen würden, ob es den Weihnachtsmann gibt und ob er Geschenke mitbringt. Und wenn ja welche, wie viele, wie wertvoll…? Befragung ist immer ein probates Mittel, das wenden sie auch an – andauernd, jedoch ohne Ergebnis. Der Gesamtetat für Geschenke, die Bereitwilligkeit der Anderen zum Schenken, die eigene Risikobereitschaft etc. wären sicherlich entscheidende Determinanten in einem Prognosemodell, das ihnen weiterhelfen könnte. Aber schließlich wollen sie kein Modell. Sie wollen ja Geschenke, mit denen sie persönlich etwas anfangen können.
x-mas.gif
Wer noch keine Geschenkidee hat und trotzdem den Budgeteinsatz optimieren will, kann dies mit einem Expertenrat-basierten Entscheidungsbaum lösen.
Der Weihnachtsmann nutzt Google Analytics. Meine Kinder erwarten jedoch ein Echtzeit-Reaktion auf geänderte Wünsche. Ob da der Discount eines Web-Analyse Tool-Anbierters aus UK noch rechtzeitig kommt?
Na ja, Socken sind vielleicht auch nicht schlecht.

Analyse ist keine graue Theorie

Nach einer kürzlich von McKinsey & Company veröffentlichten Studie besteht das größte Problem der Marketiers im (wilden) Wachstum der Medienkanäle, Kundensegmente und Produkte. Marketingabteilungen sind daher immer stärker gezwungen, Komplexität zu reduzieren. Dies gelingt ihnen am besten mit der Unterstützung moderner Mess- und Steuerungssysteme, fokussierten Planungsprozessen und kennzahlgestützten Steuerungsmechanismen.

SAS.gif

Laut Peter Kim von Forrester Research ist vor dem Hintergrund der zunehmenden Fragmentierung der Medienlandschaft die Etablierung eines holistischen Marken Monitoring von Nöten, das auf der Sammlung, Aggregierung, Analyse und Interpretation von Marketing-Daten basiert. Paula Sneed, Marketing Executive Vice President bei Kraft Foods, Inc. wünscht sich in diesem Zusammenhang mehr “observational and predictive tracking.”
Nach Prof. David Reibstein sind es insbesondere diese immateriellen Werte (intangible assets), die die wesentliche Treiber für Wertsteigerung von Unternehmen sind. „It’s hard for us to gain support for marketing when we’re only given financial data.“
Marketing Kennzahlen müssen jedoch mehr bewirken als dass bloße Befüllen von Excel Spreadsheets. Vielmehr geht es darum, auf der Basis gesicherter Erkenntnisse Marketing-Maßnahmen zu entwickeln, die entsprechende positive finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen. Marketing ist eben auch ein Tuwort.

YouTube für Daten ist online

swivel.com
Kein Tag, an dem nicht eine neue Web-2.0-Idee an den Start geht. Nun gibt es auch eine Community für Numbercruncher: Swivel ist online. Auf den ersten Blick ist eher Unrelevantes zu verzeichnen, wie zum Beispiel der Vergleich von Weinkonsum- und Verbrechensentwicklung.
Fraglich ist in meinen Augen vor allem, ob jemals wirklich interessante Analysedaten – etwa fortgeschrittene Web-Analyse, CRM-Daten aus Unternehmen oder wissenschaftliche Analysen – einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden (können).
Dennoch in meinen Augen eine sehr interessante Idee, die nicht nur das Tekki-Herz höher schlagen lässt – auch wenn es in dieser kritischen Zielgruppe nicht ganz einfach wird. Zu hoffen ist, dass die aktive Swivel-Community wächst und das Bewertungs- und Feedbacksystem die Relevanz und Qualität steigern helfen.

Web-Analyse 2.0: Erfolg ist messbar UND planbar

Die Zeichen der Zeit sind bereits erkannt: Nach Web 2.0 ist es nun Zeit für Web-Analyse 2.0 und damit auch KPI 2.0. Erfolg ist planbar, auch im Web. Jörg Tschauder hat dies bereits in seiner Präsentation auf dem Internet World Kongress in München gezeigt.
Auf dem Online Marketing Forum am vergangenen Donnerstag wurde der Faden jetzt wieder aufgenommen und weiter gesponnen. Das Einführungsreferat machte es uns noch einmal deutlich: Während das Thema Web 2.0 im Publikum noch Stöhnen hervorrief („Schon wieder!“, „Gibt es nichts Neues?“), verwies Dimitrios Haratsis (eprofessional) auf den nächsten fälligen Schritt, den es zu diskutieren galt: Um Web 2.0 messen und steuern zu können, benötigen wir Web-Analyse 2.0.
kpi20.png
Wie viele User haben meine Seiten besucht? Wie viele Pageimpressions generieren die User? Wie viele Produkte habe ich verkauft? Erfolgskontrolle hin oder her – im Rahmen von Web 2.0 reicht es nicht mehr aus, nur zu wissen, was war.
Um eine erfolgreiche Website zu gestalten, muss ich auf das Verhalten meiner User stärkeren Einfluss nehmen. Das erreiche ich, wenn ich mich stärker an den Bedürfnissen der einzelnen User orientiere, für jeden User zur richtigen Zeit das richtige Angebot habe.
Doch um die richtigen, kundenindividuellen Inhalte anbieten zu können, muss ich meine User besser kennen, müssen die richtigen Fragen gestellt werden. So zum Beispiel: Welche Eigenschaften hat mein User? Welchem Segment kann ich ihn zuordnen? Erkenne ich den User am Verhalten wieder?
Der Weg ist bereitet, nun muss er beschritten werden.

It’s magic

Visual Sciences

Kaum eine neue Technik, die nicht auch durch Web-Analyse-Instrumente trackbar wäre. Flash, Ajax, Streaming Media und RSS sind für einen gestandenen Web-Analysten heute eigentlich keine Herausforderung mehr. Die Toolauswahl wird vor dem Hintergrund eines intensiven und rasanten Wettbewerbs immer schwieriger. Gegenwärtig wird der immer schärfere Wettbewerb unter den Softwareherstellern vor allem durch die aggressive Preisgestaltung sichtbar. Unternehmen profitieren hiervon, momentan aber tut sich auch einiges in Sachen Innovation. Der Kampf um die vorderen Plätze bei den Web-Analyse Tools geht in die nächste Runde.

Wurde bislang Web-Analyse von der Bestandskundenanalyse getrennt betrachtet, nehmen sich einige Hersteller nun dieses heiligen Grals der Fusion aus Business Intelligence und Web-Analyse an. Wer macht das Rennen? Ein Blick auf die Forrester Wave™ zeigt: Visual Sciences ist rechts oben – umringt von Bekannten wie Omniture und WebTrends.

PR-mäßig zumindest tut sich bei Visual Sciences am meisten. Auch das Personalkarussel dreht sich dort offenbar schneller. Eric Peterson, der von Jupiter Research zu Visual Sciences gewechselt war,

“because ** I believe ** the Visual Sciences platform is the most powerful technology available today for web data analysis”,

hatte zu Jahresbeginn den Reigen eröffnet. Nun hat Jim MacIntyre, ehemals CEO von Visual Sciences, auch die Führung von WebSideStory übernommen.

Ich kenne jedoch niemanden in Deutschland, der wirklich weiß, was nun tatsächlich hinter Visual Sciences steht oder was dieses Produkt eigentlich kann. Wir durften uns nun selbst einen ersten Überblick verschaffen.

Auf jeden Fall beeindruckend ist das graphische Erscheinungsbild des Produktes. Ja, in der Tat eine eher ungewöhnlich emotionsgeladene Visualisierung von Daten wird angezeigt, will man einige Dimensionen in eine Tabelle bzw. Graphik einbeziehen. Ich glaube ohne Nachfragen, dass bei Visual Sciences ehemalige Spielentwickler und wohl auch gegenwärtige Gamer tätig sind. Der dunkle Hintergrund der Anwendung, die 3D-Visualisierung und die schnelle graphische Umsetzung lernt man nach kurzer Zeit schätzen.

Der Analytiker interessiert sich eher weniger für diese Darstellung, wohl eher über die nun offenbar nach vorn verschobenen Grenzen der Datenaufbereitung. Visual Sciences läuft auf Intel, benötigt keine Oracle-Datenbanken und basiert auf einem neuentwickelten Datenmodell, das unter Performance-Gesichtspunkten alles Dagewesene in den Schatten stellen soll (game-changing technology). Dies suggeriert zumindest, dass die Beantwortung einer analytischen Frage, eine Segmentierung oder eine Auszählung schnell und unkompliziert auszuführen seien. Und in dies in 3D.

Leider konnten wir uns die Applikation nur auf einem lokalen Rechner anschauen. Ein erster Schulterblick, der ein wenig in die vorweihnachtliche Zeit passt: Visual Sciences ist zunächst einmal ein Versprechen. Ein Versprechen innerhalb der hoch innovativen Web-Analyse-Branche, ein Versprechen an alle frustrierten Analytiker.