Neues E-Commerce-Fachblatt am Horizont

InternetworldbusinessAuf den ersten Blick klingt vielversprechend, was die Neue Mediengesellschaft Ulm zum Relaunch der Internet World (Zeitschrift, nicht Messe) ankündigt:

Seit dem Platzen der Internet-Blase im Jahr 2001 ist das Web fast unbemerkt zum bedeutsamen Rückgrat der deutschen Wirtschaft geworden, an das nahezu alle Unternehmen angeschlossen sind. Als Schnittstelle zum Kunden ist das Internet in der deutschen Wirtschaft zum Normalfall geworden, quasi jedes deutsche Unternehmen betreibt in irgendeiner Form eCommerce oft mit Fokus auf Marketing und Vertrieb. Dabei müssen im Internet Interessenten gesucht und gefunden werden, diese sind in Kunden zu wandeln, die Waren und Rechnungen bekommen und möglichst zu Dauerkunden gemacht werden sollen.

Bei der Optimierung dieses Kanals gilt es neue Trends zu kennen, das eingesetzte eCommerce-Modell zu optimieren, neue Dienstleister und ihre Angebote zu kennen, von Erfolgen und Misserfolgen anderer zu lernen, die Basistechnologien zu verstehen und eigene Erfolge bewertbar zu machen.

All dies will das Blatt, künftig unter dem Titel "Internet World Business" und im 14-täglichen Rhythmus, seinen Lesern bieten – dann nur noch Abonnenten, der freie Verkauf wird eingestellt. Ob das funktionieren kann, wird beim Medienrauschen eifrig diskutiert.

Eines scheint klar zu sein: Für den Webentwickler ist das Blatt künftig nichts mehr. Für den Fischmarkt hingegen wird es Pflichtblatt, falls die Pläne auch nur halbwegs eingelöst werden.

Mit Fernsehen gegen Google

Matthias Döpfner sagte, die wahren Wettbewerber der Zukunft seien "die Googles und die Yahoos". "Wir werden auch diesen Wettbewerbern Paroli bieten können. Das ist vielleicht die wichtigste Begründung dieser Transaktion", sagte der Vorstandschef. Alleine wäre das für beide Unternehmen schwieriger.

Na, da sollte man bei Axel Springer nochmal genau nachsehen, was die hier als Konkurrenz ausgewiesenen Unternehmen überhaupt so machen. Auf die Idee, einen Fernsehsender zu kaufen, um seine Marktstellung zu verbessern, ist man bei Google jedenfalls noch nicht gekommen.

Nachtrag 9.8.2005

Die FTD vermutet, daß Döpfner mit der Internet-Bemerkung einfach nur eine Begründung für das Bundeskartellamt vorformuliert hat, nach dem Motto: Die Fusion hat keine Auswirkungen auf den Medienmarkt, weil der wahre Kampf ja zwischen Internet (2 Prozent Werbeumsatz) und anderen Medien (98 Prozent Werbeumsatz) stattfindet.

Verwirrter Souverän

Die Neue Zürcher Zeitung eignet sich gut dazu, gelegentlich auch kluge Köpfe zurechtzurücken. Heute fasst das Blatt wie gewohnt abgewogen die Diskussion um den souveränen Medienkonsumenten und seine durch digitale Technik gewonnene Macht zusammen und ordnet manche Aufregung in den richtigen Kontext ein. (Da NZZ-Artikel nur einen Tag lang frei zugänglich sind, habe ich eine Kopie bei spurl.net abgelegt.)

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Ordnung schaffen

Als "das SZ-Phänomen" würdigt guillemets.de den Erfolg der Buch-, CD- und DVD-Reihen aus dem Hause der Süddeutschen Zeitung.

Die Unübersichtlichkeit des Buchmarktes (speziell auch des
Lexikon-Marktes) und das Fehlen von aussage- und medienkräftigen
Markennamen haben bei vielen Buchkunden zu einer Art Frust geführt,
weil sie von der Vielzahl der Bücher und deren Verlage so überfordert
sind. Selbst die Buchhändler können die einfachsten Fragen wie »Ich
wollte noch dieses süsse kleine gelbe Büchlein haben, den Sie letzte
Woche zum Sonderpreis verkauft haben? Haben Sie es noch?«
nicht beantworten.

Diesem Frust wirkt auch die SZ-Mediathek entgegen, in der nicht nur die hauseigene Biblio-, Cinema- und Diskothek zu haben ist, sondern das gesamte lieferbare Mediensortiment. Und zwar strukturiert durch die Brille der SZ-Redaktion: Dort rezensierte Bücher erscheinen als relevante Suchtreffer ganz oben, die Rezensionen sind im Volltext nachlesbar (und als RSS-Feed erhältlich).