So ein grauer Kasten

t-home.de

Was war das für eine Aufregung, als Premiere sich mit der Telekom verbündete, um seinen Kunden die Bundesliga via VDSL anbieten zu können. Vor drei Tagen hat die Telekom die Vermarktung ihres superschnellen DSL gestartet („T-Com startet T-Home“, geht’s noch?).

Die Online-Kampagne kann ich schon heute nicht mehr finden, Mitte der Woche waren die nichtssagenden Werbemittel noch bei spiegel.de zu sehen. Motiv: Menschen blicken offensichtlich gebannt auf – ja, was eigentlich? Einen Bildschirm? Ein Lagerfeuer? Dann die Fußnote: „VDSL ist in einigen Anschlussbereichen verfügbar.“ So erfährt der Betrachter immerhin, worum es überhaupt geht.

Die so beworbene Website t-home.de vermeidet um jeden Preis, etwas zu verkaufen. Sie ist finster, überladen und kryptisch zugleich. Thomas Knüwer nennt sie treffend

ein trauriges Dokument, für die Wandlungsunfähigkeit eines Ex-Staatsunternehmens. Angehäuft werden Anglizismen („Complete plus“), Behördendeutsch („Zubuchoption“) und ein Meer an Fußnoten.

Noch besser wird es aber für den, der in den Kundendialog einsteigt und herausfinden möchte, ob VDSL überhaupt verfügbar ist. Anders als beim herkömmlichen DSL wird die Telefonnummer abgefragt – und das Ergebnis der „bis zu 30 Sekunden“ dauernden Prüfung lautet in allen mir bekannten Fällen:

Leider konnte für die Rufnummer 04XXX/XXXXXX die Verfügbarkeit Highspeed-DSL (VDSL) nicht geprüft werden.

Die folglich empfohlene T-elefonische Beratung kommt zu keinem anderen Ergebnis und gibt einen guten Rat:

Kundenberater: Steht vor Ihrem Haus so ein grauer Kasten?
Kunde: Wie bitte?
Kundenberater: Ja, so ein grauer Telefonschaltkasten. Sehen Sie einen?
Kunde: Ja.
Kundenberater: Dann leihen Sie sich im Baumarkt ein Handlasermeter und messen Sie die Entfernung aus. Wenn es weniger als 500 Meter sind, dann ist VDSL verfügbar.

Ich freue mich schon auf die Schlagzeile: Telekom verdoppelt Zahl ihrer VDSL-Kunden. Kann ja bei diesen gewaltigen Vermarktungsanstrengungen nicht mehr lange dauern.

Frosta Generated Content

konsequent.png

Frosta testet weitere Möglichkeiten des vernetzten Kundendialogs in Echtzeit aus. Nach dem Frostablog – nach wie vor eine relevante Referenz für Unternehmensblogs im deutschsprachigen Raum – kommt jetzt Video an die Reihe. Kein Videocast, sondern eine – ja, sprechen wir es ruhig aus – virale Plattform, die den Kern der Marke Frosta hervorhebt, die Konsequenz des Frosta-Reinheitsgebots.

Konsequenterweise heißt die Adresse konsequent.de. Fünf Menschen, darunter Frosta-Werksleiter Bernd, erzählen in fünf Videos aus ihrem Leben. (Nebenbei: Gibt es die Videos eigentlich auch bei YouTube, MyVideo & Co.? Die Videos gibt es auch bei YouTube.)

Das Design (es stammt wie die Idee selbst von Dorten) ist witzig, aber nicht besonders webbig, was sich spätestens an der etwas lieblosen Einbindung von Elementen wie Forum oder Spreadshirt-Shop zeigt. Popups sind nun wirklich nicht mehr Stand der Technik, und auch die T-Shirt-Motive rocken nicht.

Mehr zum Hintergrund bei Björn Ognibeni und natürlich im Frostablog.