Schreiben wir für Google?

Sam Zell, vor kurzem Eigentümer einer Reihe großer US-Tageszeitungen geworden, hat mit einer kleinen Bemerkung für große Erregung gesorgt:

„If all of the newspapers in America did not allow Google to steal their content, how profitable would Google be?“ Zell said during the question period after his speech. „Not very.“

Dagegen ist leicht eingewendet, dass Google News nur Überschriften und Textauszüge verwendet und ansonsten direkte Links zur Quelle setzt. Von Diebstahl keine Rede.

Aber: Wenn Google tatsächlich das Betriebssystem der Werbung baut (und das hat Eric Schmidt nun bestätigt), dann muss die Frage vielleicht etwas anders gestellt werden:

It could be that Zell is brilliant, and is saying something that simplifies the truth to make a bigger point, and he doesn’t mind if you think he’s inept if some people get the bigger picture — which is he thinks of the Internet and Google as being the same thing, and you know what — I bet a lot of other people do too, and they have a point. Like the public radio stations, maybe we’re fooling ourselves if we think we’re not writing for Google, as they are fooling themselves into thinking they’re not creating for NPR. We want to cling to our theory that each of us is independent of the others, but what if he’s right, and it’s us vs them.

„Für wen schreiben wir? Und warum?“, fragt Doc Searls:

All kinds of deals may be possible between news organizations and Google. Some conceivably could alter the simple matter of who we’re writing for. It might not just be ourselves.
If Web = Google comes to look like a fact for a critical mass of people and organizations, then we will all become part of the same commercial ecosystem: one controlled by a single company.

Hinter dem digitalen Busch sitzend

Fast offline. Nur das Mobiltelefon stellt eine Paketdatenverbindung ins weltweite Netz bereit. Welche Mail funktioniert?

Outlook

Der dicke Mailclient schaufelt zwar fleißig Daten vom Exchange-Server auf die Platte, ist aber nicht ansprechbar. „Outlook versucht, Daten vom Microsoft Exchange Server abzurufen“, ist die häufigste Rückmeldung an den Nutzer. Ob nach dem Ende der Verbindung brauchbare Daten vorliegen werden?

Der Outlook Web Access lädt mühsam seine überladene, dem dicken Mailclient nachempfundene Oberfläche. „Wird geladen…“ steht dort, wo ich Mails erwarten würde. Keine Mails. Erst beim zweiten Versuch sehe ich Mails. Sie zu bearbeiten ist mühsam und langsam.

Was so einigermaßen funktioniert, ist der Blackberry auf dem E61.

Google Mail

Sekunden nach dem Start der Paketdatenverbindung hat Google Mail den Posteingang aktualisiert. Alles funktioniert wie gewünscht, nur nicht ganz so schnell wie gewohnt.

Conclusio: Wer öfter mal unterwegs ist, für den ist Outlook/Exchange eher nix. Und Blackberry auch nur ein Pflaster für die gröbste Unbill.

Google spricht

Keiner ändert die Medienlandschaft so grundlegend wie Google. Wen wundert’s da, dass Google-Nordeuropachef Philipp Schindler als der derzeit wichtigste Manager der Kommmunikationsbranche in Deutschland gilt. Nach Ansicht der w&v-Redaktion gehört er damit zu den Persönlichkeiten, „die im Jahr 2006 auffallend mutig und innovativ handelten und – oft auch gegen Widerstände – Entscheidungen trafen, die ihren Unternehmen künftig neue Erlösquellen erschließen“.
Schindler kam auf Platz eins,

weil er mit Google derzeit daran arbeitet, die Medien- und Agenturlandschaft in Deutschland gründlich umzukrempeln. So hat er beispielsweise den in der Branche üblichen Rabattpoker um Werbepreise abgeschafft und den vermittelnden Agenturen die gewohnten Provisionen gestrichen.

Philipp Schindler, Jahrgang 1970, leitete vor seinem Google-Engagement den Bereich Marketing und Sales von AOL Deutschland (seit 1999). „Google wird in Deutschland noch viel Spaß haben“, sagte Schindler im letzten Jahr zur FAZ.
Alle, die gern aus erster Hand erfahren möchten, wie das geht, mögen am 3. Mai 2007 zur next07 „Inspiration und Interaktion“ kommen. Philipp Schindler hält dort die Keynote zum Thema „Vom E-Business zum Me-Business: Märkte sind Gespräche“.

Ihre Marke ist mehr, als Google anzeigt


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Dass sich Unternehmen neu positionieren (müssen), ist nicht wirklich neu. Vielmehr ist für Unternehmen neu, dass ihre Marken fremdgesteuert positioniert werden.

Den beliebten Blogs und Message Boards kommt hierbei eine zentrale Rolle zu: Sie werden als Einflussnehmer vor allem für Interessenlenkung und Kaufentscheidung von Produkten immer bedeutender.

Es ergeben sich viele Fragen aus diesem Umstand:
„Wie sollten Unternehmen reagieren, wenn die Zielgruppen eigene Inhalte/Spots kreieren?“
„Sind Marken nicht längst demokratisch formbar? Ob Unternehmen das wollen oder nicht?“
„Wer gaukelt eher Realitäten vor, die es nicht gibt: Die Marken oder das Web 2.0?“

Marken verlieren ihre kommunikative Macht. Die Multiplikation von negativen Amateur-Botschaften durch Suchmaschinen macht aus Konsumenten-Beeinflussung eine handfeste Markenbedrohung.

SinnerSchrader Analyse zeigt in einem neuen Whitepaper Ansätze, wie Marken auf diese Bedrohungen reagieren können, damit die Markenbotschaft unmissverständlich gehört, in der Blogosphere entsprechend reflektiert wird und auch in den Suchergebnissen wie gewünscht ankommt.

Pages to the People

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Jimdo hat sich einiges vorgenommen. Den Google Page Creator zu attackieren zum Beispiel. Zu diesem Zweck wurde soeben der neue Dienst „Jimdo – Pages to the People“ gelauncht.
Mit beiden Diensten (Google und Jimdo) können einfach Webseiten erstellt werden, aber:

„In einigen Bereichen geht Jimdo wesentlich weiter als Googles Page Creator, ohne dabei auf eine angenehme Benutzung zu verzichten, und dank einer vorgefertigten mehrseitigen Webpräsenz kann der Anwender schon in wenigen Minuten eine größere Webseite seinen eigenen Bedürfnissen entsprechend anlegen.“

Die Macher von Jimdo freuen sich über das „schier unglaubliche
Userfeedback“
. Wir freuen uns mit und wünschen unseren ehemaligen Nachbarn alles Gute!