Thema verschenkt

Da berichtet die Welt am Sonntag auf einer ganzen Seite über IPTV, Triple Play und Microsofts Ambitionen in diesem spannenden Zukunftsmarkt – und was kommt dabei heraus? Ein Stück über Webdesign am Beispiel der ZDF-Website.

Internet-Seiten können Nutzer auf zwei Weisen in die Inhalte einsteigen lassen. Manche brauchen klar strukturierte Elemente und gehen über die Hauptnavigation, andere erfassen die Seite intuitiv über Bilder oder Animationen.

Mittlerweile sind die meisten Seiten standardisiert. In der linken Spalte, bei einigen Formaten auch oben, befindet sich der Kasten mit der Hauptnavigation. In der Mitte sind die eigentlichen Inhalte, während Nutzer in der rechten Spalte weiterführende Links und Informationen finden. […]

Zum Teil haben sich auch barrierefreie Internet-Seiten durchgesetzt, mit denen auch behinderte Menschen die Inhalte erfassen können. Es gibt Techniken wie den Screenreader, der auf Wunsch den Inhalt vorliest. Problematischer ist es, Tabellen zu verwenden, die der Screenreader als lange Zahlenkolonnen wiedergibt. […]

Künftig wird die Navigation durch die Seiten intuitiver sein, „wie mit einer Fernbedienung“ […]. Nur damit wollen Zuschauer von ihrem Sofa aus das Fernsehprogramm oder ihren Mediacomputer steuern.

Wer hätte das gedacht?

Instant Publishing 2.0

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iMovies, Blogs, Podcasts – warum nicht auch Bücher selbst publizieren? Nur weil sie sich nicht durch ein Netzwerkkabel pressen lassen? Dass Instant Publishing auch für Bücher funktioniert, führt Books on Demand seit Jahren vor. Großer Vorteil für die Kunden der Libri-Tochter: Ihre Bücher sind über den Buchhandel lieferbar.
Was BoD indes (noch?) nicht automatisiert hat, ist der Herstellungsprozess vor dem druckfähigen PDF. Diesen Ansatz verfolgt Blurb mit seiner Software BookSmart (bislang nur für registrierte Betatester). Standards wie Dog Book, Photo Book, Cookbook, Baby Book oder Blog (!) Book sollen sich damit einfach und in hoher Qualität produzieren lassen. Die Preise für das fertig gedruckte Werk beginnen bei 29,95 Dollar. Für größere Auflagen gibt es Rabatte.
Blurb könnte im März starten. Mit einem Auftritt bei der Demo 2006 haben sie es immerhin schon auf TechCrunch gebracht.

Gegen den Trend

Destatis
"Schwaches Weihnachtsgeschäft",
folgern Nachrichtenredakteure aus der vorläufigen Einzelhandelsbilanz des Statistischen Bundesamts für das Jahr 2005. Denn die Umsätze im Dezember gingen um nominal 1,2 und real 1,6 Prozent gegenüber Dezember 2004 zurück. (Real heißt übrigens preisbereinigt, also um die Inflationsrate korrigiert, aber das nur am Rande.)

Doch gemach: Was ist das Weihnachtsgeschäft? In Deutschland gewöhnlich der Umsatz der beiden Monate November und Dezember. Und tatsächlich: Für November 2005 verzeichnen die amtlichen Statistiker ebenfalls einen Rückgang, allerdings nur real (preisbereinigt) – nominal stieg der Umsatz um 0,3 Prozent.

Für das Gesamtjahr zeigt sich ein anderes Bild: Die Einzelhandelsumsätze sind nominal um 1,2 und real um 0,7 Prozent gestiegen. Und zwar erstmals seit 2001. In den Jahren 2002 bis 2004 waren sie jeweils gesunken.

Und noch ein interessantes Detail: Der Versandhandel konnte im Dezember 2005 gegen den Branchentrend um 3,4 Prozent nominal und 4,2 Prozent real zulegen – im Gesamtjahr hingegen verlor der Versandhandel (nominal 2,0, real 1,0 Prozent).

Was wollen uns diese Zahlen sagen? Offensichtlich lag der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) falsch, als er Anfang Januar verkündete, der Weihnachtsumsatz liege "auf Vorjahresniveau". (Vor einem Jahr war das übrigens genauso.)

Und der Versandhandel ist dabei, seine Abhängigkeit vom Weihnachtsgeschäft noch zu vergrößern. Insbesondere der Online-Handel erzielt laut HDE ohnehin 25 Prozent seines Jahresumsatzes in den Monaten November und Dezember. Bei Amazon sind es (weltweit) sogar rund 35 Prozent. Seines Jahreszahlen legt Amazon am 2. Februar vor.

Google meint es ernst

"Zur URL automobile.de wurden keine Informationen gefunden", meldet Google auf Fischmarkt-Anfrage. Wer ist automobile.de? Keiner der großen Automärkte im Internet. Sondern eine Website, die schon in der Browserkopfzeile mit aufgereihten Schlüsselbegriffen grüßt.

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Mit Brückenseiten, die nichts als Keywordkolonnen enthalten (ein Beispiel bei Matt Cutts), hat sich automobile.de jetzt aus dem per Google erreichbaren Teil des Universums katapultiert, meldet E-Market. "Gute Zeiten für mehr Informationsqualität im Netz, schlechte Zeiten für SEO-Spammer", kommentiert PR-Blogger Klaus Eck.

Wenn ich bei dieser Gelegenheit einen Wünsch äußern dürfte: Buchrezensionen im Web warten schon lange darauf, per Google gefunden zu werden. Was ich indes finde, sind seitenweise Listen der diversen Buchversender. Gäbe es nicht den Perlentaucher, die SZ-Mediathek oder Technorati, dann sähe es ganz düster aus.