Partner für die next08 gesucht

Am 15. Mai 2008 findet die next08 statt. Das Leitthema heißt: get realtime. Der Leitgedanke: Die Kommunikation und Interaktion zwischen Marken und Konsumenten im Web spielt sich mehr und mehr in Echtzeit ab. Diese Herausforderung sehen Startups, Venture Capitalists, Agenturen und Unternehmen aus verschiedenen Perspektiven.

Die next08 ist eine Plattform, die auch Partnern offensteht. Wir suchen Partner, die diese Plattform nutzen wollen. Mehr dazu hier.

Es geht um Präsenz

Wenn Forrester-Analyst Peter Kim in Unternehmen über Twitter spricht, ist die häufigste Reaktion: „I just don’t get it.“ Twitter erschließt sich nur durch aktives Ausprobieren. Dieses Phänomen haben die Micropublishingdienste mit vielen Internetanwendungen gemeinsam.

Laut Forrester Research nutzen bereits sechs Prozent der erwachsenen Internetnutzer in den USA Twitter. Auch wenn sich diese Zahl auf den weitesten Nutzerkreis bezieht und keinesfalls auf tägliche Nutzer oder Inhaber eines Twitterkontos, bezweifeln sie selbst Nerds wie Robert Scoble. Und das mit Fug und Recht. Dennoch stimmt vermutlich, was Forrester über das Twitter-Publikum schreibt:

If you want to reach an affluent, well educated, and early adopter audience, there might not be a better communication channel out there.

Twitter (und Jaiku & Co.) sind Micropublishingdienste. Doch wer dabei an Dinge wie gedrucktes Wort oder Blogging denkt, der irrt. Es sei denn, er assoziiere James Joyce. Twitter ist ein digitaler Bewusstseinsstrom, gefiltert und über die Schnittstelle Tastatur ausgegeben.

Es geht um Präsenz. Micropublishing ist für Instant Messaging (IM) und Chat, was Blogging für Mail und Usenetforen war: ein Web-Interface, eine einfache Software und ein Ökosystem für die 1:n-Kommunikation, die damit auf eine neue Stufe gehoben wird.

Mit mehr oder minder permanenten Zustandsmeldungen in Echtzeit zeigen Micropublisher Präsenz. Sie liefern Kontext, an den die Kommunikation anknüpfen kann. Ein Beispiel: Kollege Themenblogger erfuhr am vorletzten Freitag aus meinem Twitterstream, dass ich nicht im Büro bin und also deshalb dort nicht ans Telefon gehe.

Twitter bietet bereits mehrere mobile Zugangswege an. Neben dem mobilen Webclient funktioniert auch SMS. Das in der vorletzten Woche von Google übernommene Jaiku hat eine eigene Software für das Mobiltelefon, die weitere Präsenzdaten liefert. Tim O’Reilly sieht darin den eigentlichen Grund für die Google-Übernahme.

Noch ist Jaiku relativ wenig verbreitet, was den Nutzen der Software stark einschränkt. Nützlicher ist Fring, das ich seit einiger Zeit mit Begeisterung auf meinem E61 nutze. Fring kann Skype, Google Talk und weitere Instant Messenger ansprechen. Ich sehe also auf dem Mobiltelefon, welcher meiner Kontakte gerade online ist.

Fring kann aber noch mehr: Auch Sprachanrufe sind möglich, entweder über Fring selbst, über Skype (beides Voice over IP) oder über das herkömmliche Mobilfunknetz. Fring benutzt von sich aus das WLAN und schaltet auf den mobilen Internetzugang des Netzbetreibers um, wenn kein WLAN verfügbar ist. Fring ist die erste mir bekannte Software, die das kann.

Fring kombiniert das Telefonbuch im Mobiltelefon mit den Präsenzinformationen der Instant Messenger. Ich kann also

  • sehen, welcher meiner Kontakte gerade online ist,
  • seine Tweets lesen,
  • daher wissen, womit er sich gerade beschäftigt und
  • ihn anrufen – alles mit einer Software auf einem mobilen Gerät.

Eine weitere Facette der Präsenz zeigt Plazes, das den Zugangsweg zum Internet auswertet und dadurch erkennt, wo ich gerade bin. Plazes, Fring und Jaiku – das wäre eine Kombination, die rockt. Wir werden sehen, welchen Weg Google mit seiner Neuerwerbung einschlägt.

Das Daimlerblog ist da

Oder heißt es doch „der Daimlerblog„? Wie auch immer – heute ist das seit langem erwartete Mitarbeiterblog des deutschen Automobilkonzerns an den Start gegangen. Web-Communications-Manager Christian Fachat erklärt im ersten Beitrag die Ziele (und hat eine klare Präferenz in der Frage nach dem Genus):

Auch wir wollen nun einen Blog nutzen, um deutlich zu machen: Kommunikation ist keine Einbahnstraße. Sie lebt vom Austausch – und dafür brauchen die Empfänger einen Kanal für offenes Feedback. Zum Beispiel diesen Daimler-Blog, in dem Mitarbeiter durch ihre Beiträge unser Unternehmen etwas transparenter machen. Und bei diesen Themen geht es nicht um die Unternehmensmeinung, sondern um Einblicke in das „Leben beim Daimler”.

Wir sind gespannt! Die im Vergleich zum Prototypen geänderte Farbigkeit des Blogs wirkt jedenfalls leichter und freundlicher, wie auch der gesamte neue Auftritt des Unternehmens.

Die Grenze zwischen Werbung und Redaktion

Die Internet World hat mir ein paar Fragen zum immer wieder spannenden Thema der Trennung zwischen Werbung und Redaktion im Web gestellt. Hier meine Antworten.

Verschwimmt im Zeitalter des viralen Marketing die Grenze zwischen
Werbung und Redaktion oder gibt es nach wie vor klare
Demarkationslinien?

Wo es redaktionelle Angebote gibt, sollte es auch eine klare Trennlinie zur Werbung geben. Dies liegt im ureigenen Interesse jedes redaktionellen Mediums, denn sonst verliert es an Glaubwürdigkeit. Viele Angebote im Web haben aber gar keine Redaktion, und dann kann es auch keine Trennung zur Werbung geben. Werbung sollte immer dann deutlich gekennzeichnet werden, wenn sie nicht auf den ersten Blick als solche zu erkennen ist.

Dürfen Unternehmen und ihre Agenturen komplette Artikel
oder Themeninseln
konzipieren und erstellen, damit sie von redaktionellen
Websites veröffentlicht werden?

Ja, dürfen sie. Die Redaktionen fahren allerdings besser damit, diese Artikel oder Themeninseln klar zu kennzeichnen. Schmu erkennt der mündige Medienkonsument früher oder später – und straft mit Nichtbeachtung.

In welcher Form darf ein Unternehmen einen Blog oder eine Community
fördern oder komplett finanzieren?

In jeder Form, die Leser und Konsumenten verstehen und goutieren. Unternehmen können auch selbst Blogs betreiben oder eine Community pflegen. Anders als in den klassischen Medien haben sie im Web viele Möglichkeiten, direkt mit den Konsumenten zu interagieren. Die Konsumenten suchen den direkten Kontakt.

Spielt sich die gesamte Diskussion über Schleichwerbung im Netz
nur in einem „inneren Zirkel“ der Medienschaffenden ab? Interessiert das den „normalen“ User überhaupt?

Auch wenn sich die Diskussion tatsächlich in einem inneren Zirkel abspielt – Otto Normalverbraucher ist an authentischer Kommunikation und Interaktion mit Unternehmen und Marken interessiert. Wer dieses Interesse bedient, hat damit Erfolg.