Eine virtuelle Tour durch die schönste Stadt gibts jetzt Dank Hamburg in 3D und Google Earth, vermelden die Kollegen vom Mediabrief.
„Wir“ sind damit die erste europäische Metropole, die mit Häusern, Straßenzügen und Sehenswürdigkeiten dreidimensional und fotorealistisch in Google Earth integriert wurde.
August 2007
Mein erster Tag im StudiVZ
StudiVZ-Testwoche auf dem Fischmarkt. Heute der zweite Teil.
Meine Immatrikulation – ja, so witzig sind die Jungs – bei StudiVZ war kein Problem. Eine Matrikelnummer wird nicht gefordert, noch nicht einmal eine universitäre Mailadresse. Facebook hat immerhin eine Mailadresse meiner ehemaligen Hochschule abgefragt, um jenem Uni-Network beitreten zu können.
Die ersten Freunde sind schnell gefunden. Trotz meines fortgeschrittenen Alters kenne ich den einen oder anderen Studenten, und selbst Freunde und Bekannte aus der Schulzeit sind schon vereinzelt auf StudiVZ vertreten. Schmerzlich vermisse ich sofort den sagenhaften Mini-Feed von Facebook, der mich über das Tun und Lassen meiner Friends dort auf dem Laufenden hält.
Die Basisfunktionen sind mir allesamt von Facebook vertraut. Sie sehen auch genauso aus, vom im Vergleich zum ruhigen Blau etwas penetranten Rot einmal abgesehen. „Poke“ heißt hier „Gruscheln“, sonst ändert sich nix. Der bemüht studentische Jargon von StudiVZ macht mir klar, dass ich auf StudiVZ nichts zu suchen habe.
Die Plattform fühlt sich insgesamt eher hakelig an. Zum Beispiel liefern „Zurück“-Buttons häufiger mal nicht die erwartete vorige Seite, sondern springen irgendwohin zurück. Und die Popups mit Hinweisen wie „Nachricht wurde verschickt!“ nerven auch.
Der Adressbuch-Abgleich, in meinem Fall mit Gmail, funktioniert zwar und meldet mir auch zehn Bekannte bei StudiVZ – sagt aber nicht, welche das sind. Ich kann dann immerhin Masseneinladungsmails an mein gesamtes Adressbuch verschicken. Gut, eine Erklärung für die rasante Verbreitung wäre damit gefunden: user-generated spam.
StudiVZ fehlt alles, was Facebook in jüngster Zeit interessant und spannend gemacht hat: ein aussagekräftiger Newsfeed auf der persönlichen Startseite und zahllose Anwendungen von Dritten.
Facebook kann damit sehr einfach und sehr stark personalisiert und zugleich mit anderen Webdiensten verbunden werden. Der umzäunte Garten von Facebook ist dadurch in einer Richtung (von außen nach innen) sehr offen. In der Gegenrichtung (von innen nach außen) gibt es bislang erst wenige RSS-Feeds und die klassische Nachricht per Mail.
Bei StudiVZ: Fehlanzeige. Keine Anwendungen, keine RSS-Feeds. Dafür aber Leute in Hülle und Fülle. Die Stärke von StudiVZ ist die unglaublich hohe Durchdringung der Zielgruppe. Wer mit Studenten zu tun hat oder kommunizieren will, der kommt in Deutschland nur schwer an StudiVZ vorbei.
Mein Profil bei StudiVZ ist hier.
StudiVZ im Selbstversuch
Kann das sein? Es ist die nach (von der IVW gemessenen) Seitenabrufen größte Website in Deutschland, und ich kenne sie nicht von innen? Ist die Tatsache schon hinreichend gewürdigt, dass diese gewaltige Menge an Seitenabrufen hinter Schloss und Riegel einer digitalen Gartenmauer stattfindet? Und was ist überhaupt so spannend an StudiVZ?
Zuerst gehört habe ich von StudiVZ aus dem Munde von Lukasz Gadowski, einem der frühen Investoren, im zeitigen Frühjahr 2006. Von phänomenalem Wachstum war damals die Rede, vom US-Vorbild Facebook und vom ominösen Gruscheln, einem der eingebauten viralen Effekte von StudiVZ. Auf dem T-Shirt der next10years vom Mai 2006 steht „studivz“ in der zweiten Reihe von oben.
Skandale und Skandälchen pflastern den Weg vom Startup zum Holtzbrinck-Unternehmen und Seitenabrufmilliardär. StudiVZ ist ein Facebook-Klon, kämpfte zeitweise mit technischen Unzulänglichkeiten und geriet im Herbst 2006 ins Visier eines gewissen Don. Und erst jüngst machte StudiVZ Schlagzeilen mit wenig geschmackssicheren Werbevideos.
Heute hat Marcus Riecke, zuvor bei Ebay, Bertelsmann und Lycos tätig, den Chefposten bei StudiVZ übernommen. Zeit also für eine Bestandsaufnahme: Was kann StudiVZ, wo sind die Stärken und Schwächen? Und vor allem: Wie sieht StudiVZ im direkten Vergleich mit Facebook aus?
Und Zeit für einen Selbstversuch: Ich werde mich bei StudiVZ immatrikulieren, mein Profil einrichten und mir Freunde suchen. Zu bemerken ist schon ein erster Unterschied zu Facebook – die Sprache. StudiVZ pflegt schon vor dem Zauntor einen eigenen Jargon. Ich gehöre nicht zur Zielgruppe, das steht wohl fest.
Bei Facebook bin ich übrigens hier zu finden. Falls Sie dort Kontakt aufnehmen möchten. Und bei StudiVZ? Dazu morgen mehr an dieser Stelle.
E-Commerce-Innovationswettbewerb in Hamburg
Heute mal ein Posting für Hamburger Gründer, kleine und mittelständische Unternehmen aus der Fischmarkt-Stadt:
Die Initiative Hamburg@work und die Innovationsstiftung Hamburg schreiben den Webfuture Award aus – mit dem sie Projektvorschläge und Konzepte auszeichnen, „die den Handel über das Internet verbessern und dazu beitragen, E-Commerce-Geschäfte weiter zu entwickeln.“
Mit prominenter Jury (Dr. Thomas Schnieders, Direktor Neue Medien bei Otto und Jan Starken, Geschäftsführer der Tchibo GmbH etc.), einem „Business-Idea-Speeddating“ in der zweiten Phase und Geld- und Sachpreisen sowie Sponsorleistungen für die Gewinner.
Anmeldeschluss ist der 30. September.
Menschensuchmaschine
„Wir sind nur auf Menschen ausgerichtet,“ sagt Jay Bhatti, Mitbegründer von spock.com – dann ist ja gut! Die neue Suchmaschine fischt in sozialen Netzwerken wie Facebook, Xing oder Myspace gezielt nach Daten über Menschen und will bislang rund 100 Millionen von ihnen indiziert haben.
Auch Nutzer können der Internetseite Informationen hinzufügen – über sich oder andere. So erstellt spock.com die einzelnen Profile, und da wird es noch interessanter: „Wir versuchen, die Leute zu indexieren – aber die Maschine reicht nicht aus, um alle Daten zu interpretieren.“ Ach so, und wenn jemand falsche Informationen über jemanden schreibt? Gefälschte Profile wird es natürlich nicht geben, weil die Suchmaschinen-Nutzer Bewertungen abgeben können. Und ein Filter wird selbstverständlich dafür sorgen, dass keine Falschinformationen in den Ergebnissen zu finden sind. Wie das gehen soll, bleibt wirklich zu beweisen.
Außerdem löscht spock.com ja meine Daten, wenn ich das will – aber sie müssen dann auch von allen anderen Social-Plattformen gelöscht werden. Dolle Sache.
Aber ist ja alles gar nicht so schlimm: Letztendlich werden die meisten Informationen im Internet sowieso von den Betroffenen selber veröffentlicht, meint Bhatti. Dann ist ja alles gut. Sage ich doch.
AFP via Focus
